Breaking the Waves
Eine junge Frau verliert durch ihre grenzenlose Liebe den Bezug zu sich
selbst und verwendet all ihre Energie, um ihren Ehemann genesen zu
sehen.
Bess (Emily Watson) hat ihr ganzes Leben in einem kargen,
abgeschiedenen Dorf im Norden Schottlands gelebt. Als sie den "Fremden" Jan
(Stellan Skarsgard) kennen- und liebenlernt, ändert sich ihr
ganzes Leben. Trotz Widerstand des Klerus heiratet sie Jan und entdeckt mit
ihm nach der Hochzeit ihre Sexualität. Doch als Jan auf die Bohrinsel,
wo er arbeitet, zurückkehren muss, droht Bess wieder in den Wahn zu
verfallen, wegen dem sie nach dem Tod ihres Bruders in eine Klinik
eingewiesen wurde. Sie betet zu Gott, er möge Jan früher
heimschicken, doch Gott versteht sie falsch, und lässt Jan
gelähmt heimkehren.
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| Jan und Bess
heiraten. |
In ihrer masslosen Liebe würde Bess alles für Jans Genesung tun.
Als er denkt, sie brauche die sexuelle Erfüllung, die er ihr nicht
mehr zu geben vermag, bittet er sie nach ihrem Widerstreben, für
ihn mit anderen Männern zu schlafen: Er könne bloss
überleben, wenn sie ihm von diesen Erlebnissen erzähle. Beide
wollen einander helfen, doch gerade dadurch gleitet Bess immer mehr dem
Abgrund entgegen.
Gott und das Gute
Obwohl Bess sehr gottesgläubig und auch -fürchtig ist, lehnt sie
sich auf ihre Art gegen die strengen Kirchgänger ihres Dorfes auf: sie
fängt an, sich zu prostituieren. Auch ihre Schwägerin Dodo
(Katrin Cartlidge), die Bess' wegen in diesem unfreundlichen Ort
geblieben ist, kann sich Bess nicht mehr nähern. In ihrem naiven
Glauben an das Gute denkt Bess, sie könne fürwahr Jan heilen,
wenn sie seine Bitten erfüllt.
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| Ersehnter Anruf
von Jan |
Breaking the Waves - in Cannes zu Recht mit dem Grossen Preis der
Jury ausgezeichnet - besticht durch seine endlose Traurigkeit. Bess' und
Jans Glück dauert bloss kurze Zeit an, und nach Jans Unfall
können die zwei sich nicht mehr verstehen. Dodo erkennt am besten, wie
Bess in eine Scheinwelt flüchtet und all ihre Hoffnungen in ihre
"Gespräche" mit Gott steckt. Sie versucht Bess davon zu
überzeugen, dass Jans Besserung nicht von ihr abhängt, doch am
Schluss geschieht dennoch ein von Bess herbeigesehntes Wunder.
Vollständig mit der Handkamera gedreht (was zu Beginn des Filmes zu
gewissem Schwindel führen kann), vermittelt Lars von Trier mit langen
Einstellungen das aussichtslose Leben einer schönen unverstandenen
Frau, die in einer solch intoleranten und isolierten Gesellschaft zugrunde
gehen muss.
Flavia Giorgetta
Angaben zum Film
- Titel: Breaking the Waves
- Bewertung: **** 1/2
- Länge: 158 Minuten
- Regie: Lars von Trier
- Drehbuch: Lars von Trier
- Produktion: Vibeke Windelov, Peter Aalbaek Jensen
- Kamera: Robby Müller
- Musik: Joachim Holbek
- Besetzung:
- Emily Watson
- Stellan Skarsgard (The Unbearable Lightness of Being, Hunt of Red
October)
- Katrin Cartlidge (Naked)
- Jean-Marc Barr (Europa, The Big Blue)
- Technik: 1:2.35, Cinemascope
- Verleih: Monopole Pathé Films
Copyright © 1997 Monopole Pathé Films (Bilder)
Copyright © 1996, 1997 CineNet (Text)