Dark City (1998)
Eine Stimme erzählt uns vom Untergang der Menschheit. Der Erzähler gesteht seine Mitschuld daran, schliesslich unterstützt er die fremde Zivilisation bei ihren Experimenten.
von Thomas Hunziker
An einer an Metropolis erinnernden Häuserlandschaft vorbei fährt die Kamera auf das Fenster eines Hotelzimmers zu. In der Badewanne liegt ein Mann, mitten auf der Stirn ein Tropfen Blut. Der Mann ist John Murdoch (Rufus Sewell), doch als er erwacht, kann er sich daran ebenso wenig erinnern, wie an die tote Frau im Nebenzimmer. Ein Anrufer fordert ihn auf das Hotelzimmer zu verlassen, da sie ihm bereits auf der Spur sind. Verwirrt verlässt Murdoch das Hotel, in einem nahen Schnellimbiss findet er sein Portemonnaie und damit einen wenig aufschlussreichen Hinweis auf seine Vergangenheit. In der Zwischenzeit erhellen Dr. Schreber (Kiefer Sutherland), der Erzähler und Anrufer, die düsteren Verfolger und der Polizeidetektiv Bumstead die Situation ein wenig, doch die Übersicht hat niemand. Die Verfolger gehören einer Zivilisation an, die sich nicht mehr am Leben erhalten kann und sich durch ein Experiment an der Menschheit Aufschlüsse über ihre eigene Existenz erhofft.
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| Injizierte Erinnerungen (Richard O'Brien, Kiefer Sutherland)
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Kollektives Gedächtnis oder Individualität
Ein Teil des Experimentes ist das «tuning», eine gemeinschaftliche Konzentration der fremden Wesen, wodurch sie in der Lage sind, Gebäude zu verändern oder sich selbst schwerelos fortzubewegen; der andere Teil des Experiments besteht aus dem willkürlichen Ausstausch von Erinnerungen zwischen den Menschen. So wird aus einem Arbeiter ein Firmenbesitzer oder aus einem Hotelpförtner ein Zeitungsverkäufer. Die fremden Wesen erhoffen dadurch herauszufinden, was das menschliche Wesen ausmacht, ob z.Bsp. ein «normaler» Mensch mit der injizierten Erinnerung eines Mörders selbst zum Mörder wird. Als Murdoch als Einzelner auch die Gabe zum «tunen» besitzt, wird das Experiment der Fremden und ihr Glaubenssystem einer schweren Probe unterzogen. Der Kampf zwischen den beiden gegensätzlichen Grundauffassungen führt zu einem unerbittlichen Kampf. Die Ausseinandersetzung zwischen der Kollektivgemeinschaft (Kommunismus, Faschismus und jegliche andere Form von Diktatur) und dem Individuum als höchste Macht kann nur einen Sieger kennen.
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Auf den Spuren der Vergangenheit (Jennifer Connelly, O'Brien)
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Düstere Grundstimmung
Ob Regisseur Alex Proyas seinen Film auch als Sinnbild für den Kampf zwischen diesen beiden Mächten sieht, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Sicherlich war Proyas fasziniert von den Realitätsaspekten der Science-fiction. Im Gegensatz zu anderen Weltraumfantasien fliegen in seinem Film somit auch keine von Ausserirdischen gesteuerten Raumschiffe durch die weiten des Alls, sondern seine hintergründigen Figuren irren durch eine düstere Stadt, in der nichts so ist, wie es zu sein scheint. Erste Ideen für seine zweite Regiearbeit schwirrten Proyas schon vor der Realisation von The Crow im Hirn rum. Der Erfolg seines Regiedebuts ermöglichte es ihm, die ungewöhnliche Fantasie zu verfilmen. Gemeinsam mit Lem Dobbs und David S. Goyer schrieb er eine interessante, wenn auch nicht durchwegs spannende Handlung. Das herausragende an Dark City ist dann auch nicht die Geschichte, sondern vielmehr die atemberaubende visuelle Umsetzung, die Leistung der Darsteller, allen voran Rufus Sewell (Cold Comfort Farm, Dangerous Beauty) und die fesselnde Musik von Trevor Jones. Ein beeindruckendes Stück Kino, welches zeigt, dass auch innerhalb der Hollywwod-Studios noch innovative Filme produziert werden.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Dark City (1998)
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| Land: | | USA
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| Genre: | | Science Fiction
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| Regie: | | Alex Proyas
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| Drehbuch: | | Alex Proyas Lem Dobbs David S. Goyer
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| Produktion: | | Barbara Gibbs Andrew Mason (II) Alex Proyas
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| Ausf. Prod.: | | Michael De Luca Brian Witten
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| Kamera: | | Dariusz Wolski (I)
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| Schnitt: | | Dov Hoenig
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| Musik: | | Trevor Jones (I)
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| Ausstattung: | | George Liddle Patrick Tatopoulos
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| Kostüme: | | Liz Keogh
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| Besetzung: | | Terry Bader Nicholas Bell John Bluthal Natalie Bollard Mitchell Butel Peter Callan Alan Cinis Cinzia Coassin Jennifer Connelly Jeanette Cronin Colin Friels Frank Gallacher Melissa George Darren Gilshenan Edward Grant Noah Gumbert Satya Gumbert Mark Hedges (II) Bill Highfield William Hurt Marques Johnson Timothy Jones (II) Laura Keneally Anthony Kierann Michael Lake (I) Paul Livingston Tyson McCarthy Marin Mimica Frederick Miragliotta Justin Monjo Tony Mosley Richard O'Brien (I) Maureen O'Shaughnessy Dhobi Oparei Eliot Paton Glenford O. Richards Ian Richardson Ray Rizzo Bill Rutherford Doug Scroope Rufus Sewell Ritchie Singer Peter Sommerfeld Bruce Spence Stanley Steer Luke Styles Kiefer Sutherland Greg Tell Rosemary Traynor William Upjohn David Wenham Naomi van der Velden
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| Länge: | | 100 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm Scope (Farbe)
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| Ton: | | Dolby Digital
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| Prod.-firma: | | Mystery Clock New Line Cinema
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| CH Verleih: | |
Focus Film
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