Elizabeth (1998)
Glaubenskriege werden in der heutigen Zeit meistens mit einem Auge gen Osten hin definiert. Vor noch nicht allzu langer Zeit floss jedoch auch auf europäischem Boden Blut aufgrund konfessioneller Streitigkeiten. Englands Elizabeth I. wurde in jener brutalen Welt zum Oberhaupt und zur Reformatorin der anglikanischen Kirche.
von Serge Zehnder
Hingabe ist eine sehr noble Tugend, Märtyrer werden verehrt und heiliggesprochen, aber nicht jeder ist dazu geboren, den oft ist der Mensch zwischen seinen eigenen Wünschen und «der Sache» hin- und hergerissen. Die uneheliche Thronfolgerin Elizabeth (Cate Blanchett), Tochter Heinrich VII. und einer seiner Mätressen, ist entgegen des vorherrschenden Ultra-Katholizismus, der von ihrer Halbschwester Queen Mary I. (Kathy Burke) ausgeht, eine überzeugte Protestantin. Mary, die ehelos und schwer erkrankt kurz vor ihrem Tod die Jagd auf protestantische Glaubensanhänger verschärft, verfehlt es, Elizabeth wegen Hochverrats hinzurichten, was für den ohnehin schon finanziell krisengeschüttelten Staat erhebliche Folgen haben wird.
GEMÄLDE DER REVOLUTION
Dreckig, verrottet und nicht gerade blutarm inszenierte der Inder Shekar Kapur diese Bio über die Erneuerin des britischen Glaubens. Er zeigt die intriganten Machenschaften und meuchelmörderischen Taten von Katholiken wie auch von Protestanten. Niemand ist vor einem Hinterhalt sicher. Vom aussenhin ehrbaren Hofgesandten bis zum mordenden Priester, der wie «Darth Vader» im schwarzen «Cape» mit der vom Papst besiegelten Lizenz zum Katholiken-Töten auf Elizabeth angesetzt wird, lebt jeder mit der Hand am Dolch. Gleichzeitig wendet Kapur das Merkmal der Geschichte auf das Liebesverhältnis zwischen Elizabeth und ihrer Jugendliebe Robert Dudley, hier dargestellt von Ralphs jüngerem Bruder Joseph Fiennes, deren Beziehung einer monarchischen Heirat weichen soll. Eine breitgefächerte Handlungsstruktur über viele malerische Schauplätze hinweg geben dem Film einen realistischen Anstrich. Alle Darsteller von Blanchett und Fiennes, über «Shine»-Oscargewinner Geoffrey Rush und Fanny Ardant, bis hin zum ehrwürdig ergrauten Lord Richard Attenborough drücken dem Film ihre künstlerische Note auf. Ein Vorhaben, das wie die Märtyrer jener Zeit sehr nobel ist, aber den kaltherzigen und oft unzugänglichen Passagen von Liebe und Macht erliegt. Elizabeth erdrückt sich durch seine Bildgewalt beinahe selbst, und Kapur versäumte es letztlich auch, seine Figuren - aufgrund einer gewissen über-Intellektualisierung - dem Zuschauer näherzubringen.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Elizabeth (1998)
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| Genre: | | Drama
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| Regie: | | Shekhar Kapur
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| Drehbuch: | | Michael Hirst
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| Produktion: | | Tim Bevan Eric Fellner Alison Owen Mary Richards (I)
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| Koproduktion: | | Liza Chasin Debra Hayward
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| Kamera: | | Remi Adefarasin
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| Schnitt: | | Jill Bilcock
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| Musik: | | David Hirschfelder
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| Ausstattung: | | John Myhre
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| Kostüme: | | Alexandra Byrne
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| Besetzung: | | Fanny Ardant Richard Attenborough Cate Blanchett Kathy Burke Eric Cantona Vincent Cassel Daniel Craig Christopher Eccleston Joseph Fiennes James Frain John Gielgud Geoffrey Rush Jean-Pierre Léaud
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| Länge: | | 121 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm (Farbe)
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| Ton: | | Dolby Digital
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| Prod.-firma: | | Working Title Films Channel Four Films PolyGram Filmed Entertainment
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| CH Verleih: | |
Monopole Pathé Films
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