Ever After (1998)
Es war einmal... das Märchen von Aschenputtel. Es war ausserdem... ein Regisseur namens Andy Tennant, der seine «persönliche und ganz andere Version von Cinderella erzählen wollte».
von Marc Mair-Noack
Drew Barrymore heisst diese Cinderella, die sich wie aus Grimms Märchenbuch bekannt mit bösen Stiefmüttern und Stiefschwestern herumschlagen muss, bis sie schliesslich den schönen Prinzen kennenlernt. Doch Gute Feen und sprechende Tauben? Für Andy Tennant alles Humbug, seine Geschichte spielt in der Realität, nicht in irgendeinem Märchenland. An einer Audienz am französischen Hof erfahren die Gebrüder Grimm von ihrer geheimnisvollen Gastgeberin (Jeanne Moreau), wie es damals wirklich mit Cinderella, die eigentlich Danielle hiess, vor sich gegangen war. Nach dem frühen Ableben ihres herzensguten Vaters (Jeroen Krabbé) wird Danielle von ihrer Stiefmutter Baronesse Rodmilla (Anjelica Huston) und ihren Stiefschwestern tyrannisiert, sie muss als Dienstmagd arbeiten und in der Küche vor dem Kamin schlafen. Ergeben akzeptiert sie ihre Lage, während ihre Familie von einer Zukunft bei Hofe träumt. Doch dann geschieht, was in so einer vorweihnachtlichen Geschichte geschehen muss: Danielle erwischt einen vermeintlichen Pferdedieb auf dem Felde, der sich schnell als schöner Kronprinz Henry (Dougray Scott) entpuppt.
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Zwei bitterböse Gesellinnen: Anjelica Huston und Megan Dodds.
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Showdown am Maskenball
Um ihren ehemaligen Diener von einem Menschenhändler freizukaufen, verkleidet sich Danielle als feine Hofdame und schleicht sich in den königlichen Palast. Hier beeindruckt sie Henry durch ihren Mut und ihrer freigeistigen Gesinnung, der Kronprinz verliebt sich spontan in die geheimnisvolle Dame. Als diese ihn auch noch heldenhaft von einem Hinterhalt im Wald rettet, steht einem Happy-End nichts mehr im Wege... bis auf Danielles Stiefschwester, die ebenfalls um die Gunst des Prinzen buhlt, bis auf das Ultimatum des Königs, dass der Prinz innerhalb von fünf Tagen eine Frau fürs Leben gefunden haben muss, und bis auf Danielle selbst, die sich nicht traut, ihre wahre Identität preiszugeben. Schliesslich kommt es zum berühmten Maskenball, von dem Danielle bekannterweise ferngehalten wird, indem ihre Stiefmutter sie im Keller einschliesst. Mit Hilfe des Künstlers Leonardo da Vinci (Patrick Godfrey ) findet sie schliesslich doch noch den Weg zum Schloss, dort wird sie allerdings als Hochstaplerin blossgestellt. Der Prinz will nichts mehr von ihr wissen, doch im Film ist schliesslich alles möglich...
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| Helfer in der Not: Leonardo da Vinci (Patrick Godfrey).
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Weder das alte Märchen noch etwas wirklich neues.
«Ever After» ist eine kurzweilige Geschichte mit Starbesetzung, doch die angestrebte «neue» Cinderella-Story erreicht Tennant nicht. Seine Entscheidung, auf klassische Elemente wie die Gute Fee zu verzichten, erweist sich als problematisch. Bei einem Märchen wäre das Übernatürliche ein wesentlicher Bestandteil, für eine realistische Geschichte sind die Figuren aber immer noch zu klischeehaft und zu flach gezeichnet. Die böse Stiefmutter, der liebe Vater, die Stiefschwester als Biest und der zärtliche Prinz kommen direkt aus dem Märchenbuch. Aschenputtel ist nun zwar emanzipierter und kämpferischer, jedoch ist sie immer noch auf Hilfe von oben angewiesen: nicht mehr die Gute Fee befreit Cinderella aus ihrem Kerker, sondern der aus seinen höheren intellektuellen Gefilden herabgestiegene Leonardo da Vinci. Die Geschichte packt, soweit sie dem ursprünglichen Märchen folgt. Da die neu hinzugefügten Elemente wie Danielles Charakter zu aufgesetzt wirken, drängt sich die Frage auf, ob dieser Film nicht ein kleines bisschen überflüssig ist.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Ever After (1998)
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| Genre: | | Komödie
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| Regie: | | Andy Tennant
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| Drehbuch: | | Susannah Grant Andy Tennant Rick Parks
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| Produktion: | | Melissa Cobb Mireille Soria Tracey Trench
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| Koproduktion: | | Timothy M. Bourne Kevin Reidy
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| Kamera: | | Andrew Dunn
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| Schnitt: | | Roger Bondelli
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| Musik: | | George Fenton
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| Ausstattung: | | Michael Howells
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| Kostüme: | | Jenny Beavan
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| Besetzung: | | Howard Attfield Erick Awanzino Drew Barrymore Ricardo Cruz Ricki Cuttell Megan Dodds Tony Doyle (I) Elizabeth Earl (II) Susan Field Virginia García Matyelok Gibbs Patrick Godfrey (I) Peter Gunn Andrew Henderson (II) Janet Henfrey Anjelica Huston Lee Ingleby Toby Jones Ursula Jones Jeroen Krabbé Kate Lansbury Melanie Lynskey Anna Maguire Christian Marc Rupam Maxwell Jean-Pierre Mazieres Jeanne Moreau Richard O'Brien (I) Judy Parfitt Alex Pooley Dominic Rols Dougray Scott Walter Sparrow Joerg Stadler Elvira Stevenson François Velter Amanda Walker Timothy West
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| Länge: | | 121 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm Scope (Farbe)
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| Ton: | | Dolby Digital
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| Prod.-firma: | | 20th Century Fox
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| CH Verleih: | |
20th Century Fox
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