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"Hast Du Lust, ein Interview mit Terry Gilliam zu machen?" fragte mich mein Chef mit ruhiger
Stimme. Ebenso ruhig und mit fast gleichgültiger Selbstverständlichkeit antwortete ich: "Klar,
wieso nicht?" Es dauerte seine Zeit, bis ich endlich realisierte, was mir für eine Chance geboten
wurde. Terry Gilliam, jener Mann, der für meinen definitiven Lieblingsfilm "The Fisher King"
verwantwortlich war, jener Mann, der die kongenialen Animationen bei "Monty Pythons Flying
Circus" zeichnete, jener Mann, den ich schon seit Jahren verehrte, der kam in meine kleine
bescheidene Heimatstadt, um Interviews anlässlich der Premiere seiner neuesten Errungenschaft
"Fear and Loathing in Las Vegas" zu geben. Und ich war immer noch nicht nervös.
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![]() Gilliam einst noch jung und knusprig |
NO ONE EXPECTS TERRY GILLIAM Aber was wusste ich überhaupt über ihn? Über seine Biographie nur sehr wenig, über sein Privatleben gar nichts, nur seine Arbeit kannte ich sozusagen in- und auswendig. Und um ganz ehrlich zu sein, ist das abgesehen davon, was in der kurzen Premierenansprache über seine Biographie bekannt gegeben wurde, immer noch alles, was ich von ihm als Person weiss. Gilliam gehört auch nicht zu jenen Personen, die in Boulevard-Zeitungen auftauchen. Obwohl er immer wieder für einen kleinen Skandal gut ist, wie zum Beispiel die Vernichtung seiner Mitgliedschaftskarte der "Writer Guild of America" (siehe erstes Bild), mit der er sich angelegt hatte, nachdem sie ihm keinen Drehbuch-Kredit für "Fear and Loathing in Las Vegas" geben wollten. Aber das ist eine andere Geschichte, vorerst soll ein kurzer Lebenslauf genügen. |
| 1940 geboren, Studium der Polit-Wissenschaften, Karikaturist, angestellt bei Monty Python, erste Regieversuche bei "Monty Python and the Holy Grail", erste eigene Regie mit dem Mittelalterklamauk "Jabberwocky", seine "Dream-Trilogy", bestehend aus "Time Bandits", "Brazil" und "The Adventures of Baron Munchhausen", mit dem er einen der grössten Flops der Filmgeschichte drehte, sich danach aber wieder mit dem Fischerkönig rehabilitierte und schliesslich mit "12 Monkeys" - nicht zuletzt dank Bruce Willis und Brad Pitt - einen Kassenschlager lieferte. |
![]() Schwierigkeiten mit dem Mikrophon? |
![]() Versuchen wir's mal mit Trauben. |
G-DAY (GILLIAM DAY) Mit diesen Infos stand ich vor nicht allzu langer Zeit in der Sukkulenten-Sammlung der Stadt Zürich. Der perfekte Ort für ein solches Interview, nicht nur weil "Fear and Loathing..." in der Wüste spielt, sondern auch weil ein Mensch wie Terry Gilliam sich bestens unter Kakteen einlebt. Zusammen mit der Tessiner Kollegin schritt ich also zur Tat. Das Herz raste nun mit Höchstgeschwindigkeit. Es folgte der erste Händedruck, dann ein bisschen "small talk" bezüglich meines T-Shirts, dass wie es Giliam sofort bemerkte ein New Yorker Original war, und schon kurze Zeit später begann das Gespräch. |

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