Her Majesty Mrs. Brown (1997)
1861: Grossbritannien trauert um Albert den Ehemann von Königin Victoria.
von Thomas Hunziker
Am schwersten trifft jedoch der Tod Alberts die Königin (Judi Dench) selbst, sie fällt in eine jahrelange tiefe Depression und zieht sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Ihre Kleidung gibt über ihren Gemütszustand aufschluss, sie besteht darauf, dass, noch Jahre nach Alberts Tod, am gesamten Königshof nur noch schwarze Kleidung getragen wird. Der besorgte Privatsekretär Sir Henry Ponsonby lässt den Diener John Brown (Billy Connolly) aus Schottland kommen, in der Hoffnung, dass er die Königin an glücklichere Tage erinnert. Mit der Ankunft von Brown in Windsor treffen zwei Welten aufeinander; der heissblütige Schotte weigert sich an das strenge höfische Protokoll zu halten und zwingt mit seiner Starrköpfigkeit die Königin aus ihrer Lethargie. Durch dieaufblühende Freundschaft der ungleichen Palastbewohner entstehen allerdings wieder neue Probleme. Königin Victoria lebt weiterhin zurückgezogen, und ohne John Browns Genehmigung dürfen nicht einmal mehr die engsten Verwandten mit ihr sprechen. Die Beziehung wird zum Gesprächsstoff der Nation. In der Regierung werden Stimmen laut, welche die Abschaffung der Monarchie fordern. Premierminister Benjamin Disraeli (Antony Sher), der zu seiner Wiederwahl die öffentliche Unterstützung der Königin benötigt, kümmert sich beim Parlament und am Königshof um die delikate Angelegenheit.
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| John Brown beim Schutz seiner Königin
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Die Königin und ihr Diener
Königin Victoria lebte zu einer Zeit der grossen Umbrüche, wirtschaftlicher, politischer, aber auch sozialer Art. Während ihrer gesamten Regierungszeit, mit 64 Jahren die längste in der Geschichte, blieb sie jedoch das Symbol von Tugend, Ehre und Tradition. Doch offensichtlich gab es schon vor den Zeiten mit Prinz Charles und Lady Di schon einige Skandale am Königshof. Her Majesty, Mrs. Brown befasst sich mit einem solchen, zwar kurzen, dafür aber umso interessanteren Abschnitt aus der Regierungszeit von Königin Victoria, während dem sie tatsächlich kurz vor der Entthronung stand. Nachdem sie ihre Aufmerksamkeit allerdings wieder stärker den Regierungsgeschäften widmete, gewann sie schnell wieder an Popularität und konnte ihre Amtszeit bis zu ihrem Tode 1901 ausdehnen. John Brown blieb bis zu seinem Tod 1883 persönlicher Diener der Königin, verlor jedoch immer mehr an Einfluss. Ihre Beziehung führte schon im letzten Jahrhundert zu wilden Gerüchten; agressive Berichte und schonungslose Karikaturen erschienen in den damaligen Satiremagazinen. Regisseur John Madden lässt die Ereignisse auferstehen und schildert einfühlsam die Gegebenheiten am Königshof und im Parlament.
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Körperertüchtigung einer Königin
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Die Bühnenschauspielerin und der «Stand-Up Comedian»
Im Zentrum des Films stehen jedoch eindeutig die tadellosen schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller Judi Dench (A Room with a View, Henry V) und Billy Connolly. Verdientermassen wurde Judi Dench, die einerseits Mitglied der Royal Shakespeare Company ist, anderseits aber auch häufig vor der Kamera steht, mit dem «Golden Globe» als Beste Schauspielerin ausgezeichnet. Billy Connolly reisst die Zuschauer durch seine eindrückliche Darstellung des loyalen Diener John Brown mit. Bekannt ist Connolly in Grossbritannien vor allem durch seine Auftritte als «stand-up comedian», in letzter Zeit wirkte er jedoch vermehrt in Filmen mit. Ein weiterer bemerkenswerter Schauspieler in Her Majesty, Mrs. Brown ist Antony Sher, der den Premierminister Disraeli spielt. Seine Autritte sind nicht sehr zahlreich, dafür aber äusserst unterhaltsam. Sher verköpert den Charme, die Leidenschaft und die Verhandlungsgschicktheit, die seinem Vorbild attributiert werden. Wieder einmal beweist eine britische Produktion, dass Kostümfilme nicht langweilig sein müssen.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Her Majesty Mrs. Brown (1997)
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| Land: | | Grossbritannien
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| Genre: | | Drama
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| Regie: | | John Madden (II)
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| Drehbuch: | | Jeremy Brock
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| Produktion: | | Sarah Curtis Rebecca Eaton Paul Sarony Nigel Warren-Green
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| Ausf. Prod.: | | Andrea Calderwood Douglas Rae
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| Kamera: | | Richard Greatrex
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| Schnitt: | | Robin Sales
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| Musik: | | Stephen Warbeck
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| Ausstattung: | | Martin Childs
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| Kostüme: | | Deirdre Clancy
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| Besetzung: | | Gerald Butler (II) Rebecca Charles (I) Jimmy Chisholm Elaine Collins Billy Connolly Oliver Ford Davies Judi Dench Rupert Farley Georgie Glen George Hall (I) Patrick Hannaway Oliver Kent Hattie Ladbury Delia Lindsay Robin Marchal Bridget McConnel Simon McKerrell Cherith Mellor Alex Menzies Jason Morell Clair Nicholson Catherine O'Donnell Brendan O'Hea Geoffrey Palmer Richard Pasco John Ramsay Antony Sher Theo Steele Sara Stewart James Vaughan David Westhead Finty Williams
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| Länge: | | 103 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm (Farbe)
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| Ton: | | Dolby
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| Prod.-firma: | | British Broadcasting Corporation (BBC) Ecosse Films Irish Screen
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| CH Verleih: | |
Frenetic Film
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