Juha (1999)
Idyllisch scheint das Leben des Bauers Juha (Sakari Kuosmanen) und seiner Frau Marja (Kati Outinen) zu sein. Wie Kinder freuen sie sich über das am Markt verdiente Geld, rattern auf dem Motorrad heim und essen mit gesundem Appetit. Bis ein Fremder in diese einfache, vorläufig noch befriedigende Welt eindringt.
von Flavia Giorgetta
Shemeikka (André Wilms) lässt sich seinen Sportwagen vom Bauer reparieren und nützt die Zeit, um bei Marja Samen des Zweifels zu streuen. Zweifel an ihrem älteren Mann, am einfachen Lebenstil auf dem Land, an ihrer Liebe. Mit dem Versprechen, Marja holen zu kommen, verlässt Shemeikka das Gut. Tatsächlich kehrt er zurück; begierig nach der grossen Welt folgt ihm Marja. Doch wird sie zunächst von Shemeikka am romantischen Wasserfall verführt, so lernt sie in Helsinki nicht das mondäne Leben kennen sondern landet im Bordell.
Wer das Böse blickt...
Die vordergründig einfache Geschichte ist verwurzelt in einer Erzähltradition von Gut und Böse, von Verführung und Erlösung. Der Film basiert auf dem Roman des finnischen Autors Juhani Aho und verweist auf Märchen, erinnert an Faust und schliesslich natürlich an die Bibel. Blenderisch führt Shemeikka Marja Mängel vor, die sie bloss durch den Fremden als solche erkennt. Indem er ihr ein besseres, glücklicheres Leben vorgaukelt, führt er die Unschuld vom Lande ins Verderben. Als sie sogar ein Kind von Shemeikka gebiert, kann auch der grundgute und -naive Juha das Paradies nicht wiederaufbauen - die Erkenntnis des Bösen kann nicht vergessen werden.
Hommage an Stummfilme
Aki Kaurismäkis Schritt zur Stummheit ist kein grosser - seine Filme sind für ihre minimen Dialoge bekannt und spiegeln wohl auch einen Wesenszug der Finnen wider. Umso mehr überzeugen seine Stammschauspieler: Sie müssen alles durch Mimik ausdrücken und werden bloss durch vereinzelte Zwischentafeln unterstützt. Besonders Kati Outinen könnte man stundenlang bei ihrer Verwandlung zuschauen. Juha ist auch eine Hommage an die grossen Stummfilme, besonders wenn Juha chaplinesk den Sportwagen mit einem überdimensionierten Engländer repariert oder die langen Schatten während Juhas Rache an Fritz Langs Expressionismus erinnern. Anssi Tikanmäkis Filmmusik, die bloss durch Motor- und Windgeräusche ergänzt wird, wechselt wild von Rock'n'Roll zu Kammermusik, von Jazz zu Folk, und trägt wie Timo Salminens ästhetische Kameraführung wesentlich zur Poesie von Juha bei.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Juha (1999)
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| Land: | | Finnland
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| Genre: | | Drama
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| Bewertung: | |
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| Regie: | | Aki Kaurismäki
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| Drehbuch: | | Juhani Aho Aki Kaurismäki
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| Produktion: | | Aki Kaurismäki
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| Kamera: | | Timo Salminen
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| Musik: | | Anssi Tikanmäki
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| Besetzung: | | Ona Kamu Sakari Kuosmanen Outi Mäenpää Esko Nikkari Kati Outinen Markku Peltola Elina Salo Helka Viljanen André Wilms
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| Länge: | | 78 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm (Schwarz/Weiss)
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| Ton: | | Dolby SR
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| Prod.-firma: | | Sputnik
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| CH Verleih: | |
Filmcooperative Zürich
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