Lawn Dogs (1997)
Von protzigen Kötern und armen Hunden.
von Serge Zehnder
Für Kinder ist die Märchenwelt von Monstern, Drachen, Rittern und edlen Taten eine Möglichkeit vor der Realität zu fliehen. Devon (Mischa Barton), ein zehnjähriges Mädchen, das von seinen Eltern in eine ekelhaft saubere Schublade gezwängt werden soll, rettet sich in eine Traumwelt, die langsam eine reelle Gestalt animmt, wie sie den Rasenmäher Trent (Sam Rockwell) kennenlernt, der in der Wohlstanddsiedlung Camelot, wo auch Devon und seine Familie lebt die Rasen der oberen Schicht mäht. In ihm sieht Devon den guten Hexer Baba Yaga, der sie von ihrem Elend befreien soll. Zwischen dem Mädchen und dem ehemaligen Turmspringer, der alles repräsentiert, was die Bewohner von Camelot feinfseelig als minderwertig betrachten, entwickelt sich eine feinfühlige Freundschaft, die von der Magie geprägt und von der Realität bedroht wird.
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Auf dem Weg ins Zauberland: Devon (Mischa Barton) und Trent (Sam Rockwell)
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ORT DER FALSCHEN TRÄUME
Ungewöhnlich, eigenwillig und trotzdem sehr klar strukturiert, was die Erzählform anbelangt ,vermischt der Brite John Duigan kunstvoll die Träume eines Mädchens und die allzu falsch-idyllische Echtheit der Erwachsenen. Subtil kritisch zersetzt Duigan das Bild vom Wohlstand in Amerika: Ein Ort, der als «Ein-Traum-wird-wahr»-Fleckchen verkauft wird, wo alles so säuberlich und künstlich wirkt, dass dabei die heuchlerische Doppelmoral der Bewohner umso deutlicher zu Tage tritt. Lawn Dogs behält dabei einen ruhigen Rhythmus, der nie hektisch und somit unüberlegt wirkt. Darstellerisch vollbringt Duigan besonders bei der jungen Mischa Barton einige kleine Wunder. Das Mädchen, dessen Fantasy die Falschheit, der perfekten Relität besiegt, ist nicht nur Glaubwürdig, sondern auch äusserst berührend, wobei nicht die geringste Spur von bittender Sympathie da ist. Gleiches gilt auch für die Erwachsenen. McDonald und Quinlan, deren makellos und zugleich auch ein herrliches Lügenspiel ist, versprühen Unmengen von schleimiger Zuneigung gegenüber ihrer Tochter, so dass die Antipathie konstant auf hohen Niveau gehalten wird. Der Klebstoff in dem herrlich losen Gefüge ist aber Sam Rockwell. Unauffällig, nicht gerade liebenswert eingeführt, spürt man, wie seine simple aber korrekte Weltanschauung das kleine Mädchen in seinen Bann zieht. Es ist auch ihm zu verdanken, dass die von Drehbuchautorin Naomi Wallace kreierte Freundschaft den nötigen Hauch Realität erhält, den aber Duigan zuletzt mit sehr viel Sinn für visuelle Poesie wieder ein wenig relativiert. Lawn Dogs ist bestimmt kein Film, der von der ersten Minute an fesselt, sondern langsam tiefer in die Wahrnehmung des Zuschauers vordringt; Dabeibleiben lohnt sich zweifellos.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Lawn Dogs (1997)
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| Land: | | Grossbritannien
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| Genre: | | Drama
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| Regie: | | John Duigan
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| Drehbuch: | | Naomi Wallace
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| Produktion: | | Amy J. Kaufman Duncan Kenworthy
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| Koproduktion: | | David Rubin (I)
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| Ausf. Prod.: | | Ron Daniels
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| Kamera: | | Elliot Davis
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| Schnitt: | | Humphrey Dixon
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| Musik: | | Trevor Jones (I)
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| Ausstattung: | | John Myhre
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| Kostüme: | | John A. Dunn
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| Besetzung: | | Tom Aldredge Mischa Barton Beth Grant David Barry Gray Angie Harmon Eric Mabius Christopher McDonald (I) Bruce McGill Miles Meehan Kathleen Quinlan Sam Rockwell
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| Länge: | | 101 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm (Farbe)
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| Ton: | | Dolby SR
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| Prod.-firma: | | Toledo Pictures
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