The Siege (1998/I)
Religiöse Fanatiker und Bombenanschläge, sowie die unverhältnismässigen Reaktionen auf Übel sind die Themen des ebenso kontroversen, wie action-geladenen Sozialdramas von Edward Zwick.
von Thomas Hunziker
Unschuldige Opfer können seit jeher meistens mit religiösen Fanatikern in Zusammenhang gebracht werden. Das beginnt nicht erst mit der Christenverfolgung der Römer und hörte mit den Kreuzzügen im Mittelalter nicht auf. In der jüngsten Vergangenheit gingen die meisten der Opfer auf das Konto von islamistischen Fundamentalisten. Dass ausgerechnet diese Völkergruppe als Urheber der Bombenattentate in Edward Zwick’s rasantem Thriller The Siege ausgewählt wurde, löste besonders bei der arabisch-amerikanischen Gesellschaft in den USA heftige Proteste aus. Dabei wurde ausser Acht gelassen, dass der Film, entgegen den Behauptungen der Empörten, nicht darauf abzielt die in den USA lebenden Araber als Bösewichte darzustellen oder empfiehlt sie auszugrenzen, sondern vor überhasteten und unüberlegten Reaktionen auf hinterhältige und feige Anschläge warnt. Auch wenn es unbefriedigend ist, dass uns die Autoren nicht eine drehbuchreife Lösung des Konfliktes präsentieren können oder wollen, so lässt sich doch erahnen, dass in ihren Augen militärische Angriffe auf Terroristenausbildungslager als Vergeltung für Bombenattente nicht gerechtfertigt sind.
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| Zweifeln an der Menschheit: Denzel Washington, Tony Shalhoub
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Krisenstimmung in New York
New York wird von einem Bombenanschlag erschüttert. Die beiden FBI-Agenten Anthony Hubbard (Denzel Washington) und Frank Haddad (Tony Shalhoub) stossen während ihren Ermittlungen rasch auf Zeichen, dass die Urheber des Attentates in religiösen Kreisen zu suchen sind. Islamistische Fundamentalisten sind der Ansicht, dass ihr Führer in der Gewalt der US-Behörden ist und versuchen ihn durch terroristische Anschläge in New York freizupressen. In ihren Nachforschungen stossen Hubbard und Haddad dank der Hilfe einer CIA-Agentin mit Beziehungen zur islamischen Kultur (Annette Benning) auf mehrere Zellen (terroristische Gruppen, die zur selben Organisation gehören, aber unabhängig voneinander operieren), die sie ausser Gefecht setzen können. Als dennoch weitere Explosionen folgen, entschliesst sich der Präsident der USA dazu den Militärnotstand über die Stadt New York zu verhängen bis die Schuldigen gefunden sind. Der zuständige General (Bruce Willis) lässt sofort alle arabisch-stämmigen Einwohner zusammentreiben und foltert Verdächtige. Natürlich siegt in Hollywood am Ende die amerikanische Justiz über das Militär. Wenn die Welt so gerecht wäre gäbe es keine Terroristen, doch das ist eine andere Geschichte.
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«Hinterfragt jemand meine Authorität?» Bruce Willis
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Provokatives Entertainment
Regisseur Edward Zwick hat wohl kaum mit dem Proteststurm gerechnet, der nach und bereits vor Erscheinen des Films auf ihn hereinbrach. Alles was er herstellen wollte war ein unterhaltsamer Film, der auch zum Denken anregt, wie ihm das zuvor auch schon mit Glory und Courage Under Fire (beide mit Denzel Washington) gelungen ist. Auch The Siege fesselt den Zuschauer, egal ob man sich dabei an den Vorurteilen ergötzt oder darüber verärgert den Kopf schüttelt. Dass die weisse US-Bevölkerung schlechter wegkommt, als die arabische nahm offensichtlich niemand wahr. Die arabisch-amerikanische Gesellschaft störte sich insbesondere daran, dass die Szenen von Attentaten auf Aufnahmen religiöser Rituale folgten. Unbestreitbar wird dadurch die Religion negativ bewertet. Wie religiös motivierte Attentate allerdings von der Religion getrennt werden könnten, würde eine Erklärung benötigen. Ironischerweise bietet Denzel Washingtons aufrechter FBI-Agent die einzige wahre Identifiaktionsfigur. Die positivste arabische Figur, die von FBI-Agent Haddad, wird von Tony Shalhoub (Waffenhändler in Men in Black, Anwalt in A Civil Action) verkörpert, der bei seinen früheren Filmenauftritten darauf achtete keine Rollen als Amerikaner arabischer Abstammung zu übernehmen. Die Darstellung ethnisch oder religiös gefärbter Figuren fiel dem Schmelztiegel Hollywood immer wieder schwer und dies wird auch weiterhin so sein.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | The Siege (1998/I)
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| Land: | | USA
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| Genre: | | Actionfilm
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| Regie: | | Edward Zwick
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| Drehbuch: | | Lawrence Wright (II) Menno Meyjes Edward Zwick
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| Produktion: | | Lynda Obst Edward Zwick
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| Ausf. Prod.: | | Peter Schindler
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| Kamera: | | Roger Deakins
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| Schnitt: | | Steven Rosenblum
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| Ausstattung: | | Lilly Kilvert
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| Kostüme: | | Ann Roth (I)
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| Besetzung: | | Annette Bening Garry Pastore Denzel Washington Bruce Willis Sami Bouajila David Proval William Sage Tony Shalhoub Mark Valley Chip Zien
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| Länge: | | 115 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm Scope (Farbe)
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| Ton: | | Dolby Digital
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| Prod.-firma: | | Bedford Falls 20th Century Fox
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| CH Verleih: | |
20th Century Fox
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