Snake Eyes (1998)
Zusammen mit Martin Scorsese, Steven Spielberg, Francis Ford Coppola und George Lucas war auch Brian DePalma ein aktives Mitglied der New Wave der siebziger Jahre. Wie seine Kameraden hat auch DePalma seinen ganz persönlichen Stil entwickelt, den er mit «Snake Eyes» auszuleben versucht.
von Serge Zehnder
Dabei beginnt der Regisseur von «Carrie», «Blow Out» und «The Untouchables» seinen Film sehr vielversprechend. Eine 15minütige Kamerafahrt leitet den Film ein. Die Linse heftet sich an Rick Santoro's (Nicolas Cage) Fersen, der mit seinem Handy abwechslungsweise seiner Frau, seiner Geliebten oder seinem Buchmacher telefoniert. In auffallendem Outfit, Leoparden-Shirt und Blazer strotzt er vor Überheblichkeit und Egomanie. Sein Spielplatz an diesem Abend ist ein vollbesetztes Box-Stadion in Atlantic City, wo viel bei der Titelverteidigung des Weltmeisters Tyler (Stan Shaw) Geld auf dem Spiel steht und sogar der Verteidigungsminister himself sich unter den Zuschauer befindet. Zu dessen Sicherheit wurde Rick's Jugendfreund Kevin Dunn (Gary Sinise «Of Mice and Men») engagiert, der in den Reihen der Navy eine Offizierskarriere absolviert hat. Ein unverwundbares Team, könnte man meinen, bis jedoc einiges schief läuft.
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| Santoro (Cage) und Dunn (Sinise) mit dem Blick auf die 15'000 Verdächtigen.
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DAS KOMPLOTT VON ATLANTIC CITY
Wie aus dem Nichts liegt der Verteidigungsminister tot am Boden, ein arabischer Terrorist wird von Dunn erschossen und das Stadion wird mit 15'000 Mitverdächtigen geschlossen. Rick, der zum Zeitpunkt der Tat direkt neben dem Minister gestanden ist, konzentriert seine Suche auf eine junge Dame, die kurz vor den tödlichen Schüssen dem Minister einen Umschlag zugesteckt hat. Bei der Frau (Carla Gugnio) handelt es sich um eine Angestellte, die in der Waffenindustrie tätig ist und einige einschneidende Entdeckungen gemacht hat. Anzeichen eines Komplotts sind offensichtlich und Santoro schickt sich nun an, der Verschwörung in der Arena nachzugehen.
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Der Held des Ringes Tyler (Shaw) hat auch was zu verbergen.
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STILVOLLE LEERE
De Palma und sein Drehbuchautor David Koepp, die sich bei De Palma's letztem Projekt «Mission: Impossible» sehr gut verstanden haben entwarfen dieses Szenario und verfehlten es, Spannung beizufügen. Der an Kurosawa angelehnte Kunstgriff, dasselbe Ereignis aus unterschiedlichen Perspektiven zu zeigen bildet wohl eine faszinierende Struktur, der Film wird dadurch aber kaum interessanter. Es steht ausser Frage, dass De Palma und sein Kameramann Stephen H. Burum ein perfektes Gespann sind, und auch bei Snake Eyes eine Vielzahl von hervorragenden Einstellungen kreiert haben. Doch selbst die faszinierendsten Bilder können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es der Geschichte eindeutig an Wendungen und interessanten Figuren fehlt. Ein Mangel, dem auch die beiden profilierten Hauptdarsteller Cage und Sinise zum Opfer fallen. Cage's Santoro ist nicht mehr als eine leichte Abwandlung seiner Face/Off-Show. In den Startminuten ist es sicherlich eine Freude, dem durchgeknallten Cage zuzuschauen, doch diese Nummer wie auch DePalma's Extravaganzen wirken schon bald ermüdend. Einzig Carla Gugino meistert ihren dünnen Part als flüchtende Zeugin einigermassen facettenreich. Ansonsten ist Snake Eyes eine Fingerübung, die De Palma so nebenbei mit dem kleinen Finger abgedreht hat. Hoffentlich präsentiert er uns als nächstes etwas Interessanters.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | Snake Eyes (1998)
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| Genre: | | Krimi
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| Regie: | | Brian De Palma
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| Drehbuch: | | Brian De Palma David Koepp
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| Produktion: | | Brian De Palma Chris Soldo
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| Ausf. Prod.: | | Louis A. Stroller
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| Kamera: | | Stephen H. Burum
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| Schnitt: | | Bill Pankow
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| Musik: | | Ryuichi Sakamoto
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| Ausstattung: | | Anne Pritchard
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| Kostüme: | | Odette Gadoury
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| Besetzung: | | Jernard B. Burks Nicolas Cage Jean-Paul Chartrand Kevin Dunn Carla Gugino Luis Guzmán John Heard Eric Hoziel Christain Napoli Peter Patrikios Michael Rispoli Stan Shaw Gary Ginise
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| Länge: | | 99 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm Scope (Farbe)
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| Ton: | | Dolby Digital
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| Prod.-firma: | | DeBart Paramount Pictures
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| CH Verleih: | |
Buena Vista
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