A Walk on the Moon (1999)
Tony Goldwyns Regiedebüt blickt zurück in den Sommer des Jahres 1969. Die Mondlandung und Woodstock sind die aufregendsten Momente der heissen Monate, doch in einer jüdischen Sommersiedlung sorgen andere Abenteuer für Aufregung. Die verheiratete Pearl erlebt ihre erotische Befreiung, sehr zum Entsetzen ihrer Familie.
von Thomas Hunziker
Wie jeden Sommer verbringen Pearl (Diane Lane) und Marty (Liev Schreiber, Scream) ihren Sommer mit ihren Kindern und Martys Mutter in einer jüdischen Feriensiedlung an einem kleinen See nördlich von New York. Doch Marty kann nur die Wochenenden in der Idylle verbringen, den Rest der Sommerwochen muss er arbeiten. Währenddem die Tochter Alison (Anna Paquin, The Piano, Hurlyburly) ihre ersten Liebeserfahrungen macht, denkt Pearl über die verpassten Möglichkeiten ihres Lebens nach. Als Siebzehnjährige machte sie ihre ersten sexuellen Erfahrungen, die nicht ohne Folgen waren, und seither ist sie an Marty gebunden. In ihrem eintönigen Ferienalltag sorgt neben der Mondlandung einzig der Blusenmann Walker Jerome (Viggo Mortensen, Psycho) für gelegentliche Abwechslung . Verständlicherweise widersteht sie seinen Verführungsversuchen nicht lange, und nach einigen amourösen Ausflügen macht das Liebespaar einen Abstecher nach Woodstock, wo sie von der unerlaubt anwesenden Alison gesichtet werden. Der Familienkrach ist vorprogrammiert.
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Traditionelle Langeweile (Lane, Schreiber)
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Generationenübergreifende Liebesprobleme
Die Geschichte von einem Mädchen das aus ihren Zwängen ausbrechen will, und dem konservativen Umfeld, das eine unangebrachte Beziehung missbilligt, ist spätestens seit Dirty Dancing bekannt. Dass Regieneuling Goldwyn (als Schauspieler als hinterhältiger Verbrecher aus Ghost bekannt) weiss, wie man möglichst viel Information beiläufig in der Erzählung unterbringt, zeigt sich bereits früh, als die Familie auf ihrem Weg zum Ferienresort eine Gruppe Hippies und später orthodoxe Juden passiert. Währenddem die Hippies entzückte Schreie des Aussergewöhnlichen hervorrufen, werden die Juden am Strassenrand als Gleichgesinnte stillschweigend akzeptiert. Diese Szene deutet vorzeitig die Konflikte an, denen die liberale Judenfamilie des Filmes während eines revolutionären Sommers ausgesetzt sein wird und mit denen sie sich auseinandersetzen werden müssen, um sie als Familie zu überleben. Weniger subtil werden die Liebesspiele präsentiert, seien sie im Bus des Blusenverkäufers oder, ach wie aufregend, unter einem Wasserfall. Schwächen zeigen sich auch in der Handhabung der Schaupieler, besonders in emotionell anspruchsvollen Szenen, in denen wilde Schreikämpfe Schauspielkunst ersetzen.
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| Abschied fällt schwer (Mortensen, Lane)
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Der unabhängige Hollywoodfilm
Die Werbemaschinerie von Miramax lief für die Vermarktung von A Walk on the Moon wieder einmal auf Hochtouren. Während das Tochterstudio von Disney jedoch mit Shakespeare in Love und La Vita E Bella Erfolge auf der ganzen Linie feiern durften, bekundeten sie mit der Vermarktung von A Walk on the Moon einige Probleme. Goldwyns Regiedebüt wurde als unabhängiger Film angepriesen und durfte seine Premiere sogar in Park City am Sundance Film Festival, Robert Redfords Festival für unabhängig produzierte Filme feiern. In der Werbekampagne wurde zusätzlich auch der Name des Produzenten Dustin Hoffman häufig erwähnt. Doch die Geschichte über die sexuelle Revolution, aus einer angeblich ungewöhnlichen Sichtweise, unterscheidet sich kaum von den unzähligen Filmen über das Erwachsenewerden, die sonst aus Hollywood kommen. Erwartungsgemäss bekundete er deshalb Probleme sich im prallgefüllten Programm ein Nische zu erobern. A Walk on the Moon erinnert an Filme wie My Girl oder auch Now and Then, und selbst wenn sich die Geschichte, speziell durch ihren erotischen Inhalt mehr an Erwachsene als an Jugendliche richtet, so ändert sich nicht viel an den grundsätzlichen Schwierigkeiten, mit denen sich die Hauptfiguren konfrontiert sehen. Goldwyns Einstand ins Regiefach ist nicht gerade überwältigend, doch es sind Ansätze zu erkennen, die ein Versprechen für zukünftige Projekte sind, von denen eines, Imaging Nathan, bereits bei Universal in Produktion ist.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | A Walk on the Moon (1999)
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| Land: | | USA
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| Genre: | | Liebesfilm
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| Regie: | | Tony Goldwyn
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| Drehbuch: | | Pamela Gray (II)
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| Produktion: | | Jay Cohen Laura Gherardi Tony Goldwyn Lee Gottsegen Dustin Hoffman Neil Koenigsberg Josette Perrotta Murray Schisgal Lemore Syvan
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| Ausf. Prod.: | | Graham Burke Greg Coote
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| Kamera: | | Anthony B. Richmond
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| Schnitt: | | Dana Congdon
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| Musik: | | Mason Daring
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| Ausstattung: | | Dan Leigh
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| Kostüme: | | Jess Goldstein
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| Besetzung: | | Victoria Barkoff Stewart Bick Bobby Boriello Ellen David Tovah Feldshuh Lisa Jakub Star Jasper Tamar Kozlov Diane Lane Jesse Lavendel James Hayes Liboiron Joel Miller Lisa Bronwyn Moore Viggo Mortensen Mahee Paiment Anna Paquin Joseph Perrino Jess Platt Howard Rosenstein (II) Liev Schreiber
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| Länge: | | 105 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm (Farbe)
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| Ton: | | Dolby
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| Prod.-firma: | | Village Roadshow Productions Groucho Film Partnership Punch Productions
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| CH Verleih: | |
Elite Film
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