The Wedding Singer (1998)
«Eighties, I'm living in the Eighties» (Killing Joke)
von Serge Zehnder
Falco war noch am Leben, Nena ein Star, Otto populär, Boy George noch beim Kulturclub, Miami Vice startete gerade durch, Michael Jackson thrillerte, Breakdance auf auseinandergefalteten Kartons war cool, Madonna hatte mit ihrer Jungfräulichkeit die Charts abgeräumt und sogar gewisse «Boy Groups» hatten noch Stil. Es ist gerademal ein Jahrzehnt her, als all diese Dinge das Leben der Jugend bestimmten. Sind wir stolz darauf, oder besser gesagt, wer unter Euch versuchte nicht auch, mit seinen brandneuen Turnschuhen im tollen Rückwärtsgang über den Boden zu schleifen, wie der damals noch schwarze «Jacko»? Na? Wie viele Hände sind oben? Wie dem auch sei, die Zeit, um sich daran zu erinnern, ist da. Frank Coraci heisst der Mann der Stunde, der mit The Wedding Singer den Auftakt zu einem 80s-Revival macht. Denn in den nächsten Monaten stehen noch weitere Neon-Erinnerungsstücke auf dem Programm, wie zum Beispiel «200 Cigarettes» mit Ben Affleck (Drehbuchautor von «Good Will Hunting») und Courtney Love, und auch das «Trainspotting»-Team nennt ihr neustes Projekt «Alien Love Triangle», was eine ziemlich unmissverständliche Anspielung auf New Orders «Bizarre Love Triangle» ist. Ja, nach Hippie- Look und Plateausohlen sind jetzt Fönfrisuren und Synthieklänge im Trend. Geniessen wir's, solange's anhält.
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Julia (Barrymore) als Servierdüse mit einem Herz aus Gold.
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«LOVE STINKS»
Einer, der sich in dieser Ära putzwohl fühlt, ist Robbie Hart (Adam Sandler «Happy Gilmore», «Airheads»), der einst Mitglied einer rebellischen Rock-Band war und jetzt frischverheiratete Paare mit seiner Stimme auch über das Jawort hinaus unterhält. Für ihn ist die Welt absolut in Ordnung, schliesslich wird er in Kürze seine angebetete Linda (Angela Featherstone «Con Air») ehelichen, oder besser gesagt er hätte sie ehelichen sollen, denn am Morgen des entscheidenden Tages gesteht ihm Linda, dass sie nicht bereit ist, den Bund fürs Leben einzugehen, was in Robbie einige emotionale Schwankungen auslöst. Aus dem singenden Wonneproppen wird ein dreitagebärtiger Liebesverächter, der bei seinem nächsten Auftritt mit der Parole «Love Stinks» die versammelte Hochzeitsgesellschaft in Unruhe stürzt. Wie gut, dass ihm in der Not eine treue Seele zur Seite steht: Julia (Drew Barrymore), eine Kellnerin, die bei sämtlichen Empfängen war, auf welchen Robbie gesungen hat, womit das «Sicher-Näher-Kommen»-Problem bereits gelöst wäre. Anderseits trauert Robbie über das abrupte Ende seiner Beziehung nach, und auch Julia ist noch anderweitig liiert. Nur, im Gegensatz zu Robbie erwartete sie angestrengt das Datum der Heirat von Don-Johnson-Imitat-Verlobten namens Glenn (Matthew Glave) (Zum Glück drehte Michael Mann noch Heat, sonst hätte ich ihm diese Brillen- und Blütenanzug-Manie, die das Florida-Double ausgelöst hat, wohl heute noch nicht verziehen). Wie es sich für einen ordentlichen Macho gehört, betrügt Glenn die herzallerliebste Julia nach Strich und Faden, was Robbie wiederum extrem gegen den Strich geht. Eine Auseinandersetzung anno 1985 steht ins Kinohaus.
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| Steve Buscemi: Fünf Minuten im Film und unvergesslich.
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BACK TO THE PAST
Was gibt's dazu noch zu sagen? Eigentlich nur, dass jeder, der auch nur annähernd ein paar schöne Erinnerungen an die vergangene Dekade hat, sich diesen Streifen auf keinen Fall entgehen lassen darf. Gespickt mit Anspielungen und zynischen Querverweisen, die mit dem heutigen Wissen den einen oder anderen Lacher auslöst, sorgt The Wedding Singer für beste Unterhaltung. Regisseur Coraci fügt dieser herrlichen Mélange aus Nostalgie-Trip und regulärer Love-Story keine besonderen Eigenheiten hinzu. Das Drehbuch von Tim Herlihy ist so konzipiert, dass die Laufzeit von rund 100 Min. bestens gefüllt wird. Das Paar Sandler/Barrymore ist glaub- und liebenswürdig. Dass man für diesen Stoff nicht unbedingt eine frühere Ära heraufbeschwören muss, ist ebenso klar wie die Tatsache, dass in der Vergangenheit schwelgen immer noch viel, viel, viel schöner ist, als sich mit den vorherrschenden Gegebenheiten auseinanderzusetzen, und welcher Ort wäre dafür besser geeignet als das Kino.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | The Wedding Singer (1998)
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| Land: | | USA
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| Genre: | | Komödie
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| Regie: | | Frank Coraci
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| Drehbuch: | | Judd Apatow Carrie Fisher Tim Herlihy
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| Produktion: | | Richard Brener Jack Giarraputo Robert Simonds Brian Witten
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| Koproduktion: | | Ira Shuman
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| Ausf. Prod.: | | Brad Grey Sandy Wernick
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| Kamera: | | Tim Suhrstedt
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| Schnitt: | | Tom Lewis (III)
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| Musik: | | Teddy Castellucci
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| Ausstattung: | | Perry Andelin Blake
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| Kostüme: | | Mona May
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| Besetzung: | | Christopher Alan Phyllis Alia Alexis Arquette Drew Barrymore Mark Beltzman Steven Brill Al Burke (II) Steve Buscemi Jenna Byrne Earl Carroll (II) Teddy Castellucci Jackie R. Challet Maree Cheatham Jason Cottle Allen Covert Peter Dante Ellen Albertini Dow Billy Elmer (II) Angela Featherstone Carmen Filpi Sanetta Y. Gipson Matthew Glave Robert Hackl Tim Herlihy Al Hopson Todd Hurst Billy Idol Michael Jay (I) Jimmy Karz Matthew Kimble Mark Lonow Jon Lovitz Patrick McTavish Shana Moakler Kevin Nealon Sid Newman Jack Nisbet Joshua Oppenheimer Angela Paton Christina Pickles Sally Pierce Randy Razz Adam Sandler John Sawaski Marnie Schneider Kimberly Schwartz Andrew Shaifer Michael Shulman Frank Sivero Robert Smigel Christine Taylor Jodi Thelen Paul Thiele Mike Thompson (II) John Vana Gabe Veltri
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| Länge: | | 95 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm (Farbe)
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| Ton: | | Dolby Digital
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| Prod.-firma: | | Juno Pix New Line Cinema
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| CH Verleih: | |
Rialto Film
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