The Wings of the Dove (1997)
Ein umwerfendes Schauspieltrio in einem kraftvollen Film, der unbequeme Fragen stellt und zugleich als vielschichtiges Zeitdokument der Moderne funktioniert.
von Sandra Walser
Kritische Stimmen haben bis anhin behauptet, dass das einzige, was man bei Helena Bonham Carter an Schauspielerei ausmachen könne, das oftmalige Anheben ihrer Augenbrauen sei. Nun allerdings kommt der Film in die Kinos, der beweist, dass sie durchaus noch andere Register ihrer Mimkunst zu ziehen vermag. Zwar agiert sie zum wiederholten mal als intelligentes und etwas schwermütiges Objet du Désir, zusätzlich bewegt sich die Britin in «The Wings of the Dove» aber auf einer ständig ausgeglichenen Gratwanderung zwischen unverblümter Schurkin und Sympathieträgerin.
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Die Zuneigung Kates (Bonham Carter) gegenüber Millie...
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Hinterhältiges Treiben
Bonham Carter spielt Kate Croy, eine junge Frau unter den Fittichen ihrer traditionsgläubigen und wohlbetuchten Tante Maude (Charlotte Rampling). Diese stellt Kate, die den armen Journalisten Merton Densher (Linus Roache) liebt, vor die Wahl: Geld oder Liebe. Als Kate die tödlich kranke, alleinstehende - vor allem aber reiche - Amerikanerin Millie Theale (Alison Elliot) kennenlernt, zeichnet sich eine hinterhältige Lösung ab: Merton soll sich bei Millie einschleichen und so bei ihrem Ableben die Millionen erben. Dann schliesslich wird eine standesgemässe Heirat möglich sein - dies zumindest der Plan.
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| ...macht sich wenig später auch bei Merton (Roache) bemerkbar.
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Eigenständig und äusserst vielschichtig
Regisseur Iain Softley lässt die Geschichte um emotionale Trugbilder schnörkellos und mit einer erfrischenden Klarheit ablaufen. Er umgeht die strengen, und oft allzu langatmigen, Strukturen, die für das Genre üblich sind. In diesem Sinne legt die Henry James-Verfilmung einen Vergleich zu Dramen wie «The Remains of the Day» oder «Howard's End» nahe. Allerdings ist Softley ein eigenständiges Meisterwerk gelungen, ein kraftvoller Film, der unbequeme Fragen stellt und zugleich als vielschichtes Zeitdokument funktioniert. «The Wings of the Dove» beschwört einerseits die Euphorie der Moderne wieder herauf, seziert andererseits aber auch die schmerzvoll erdrückenden Moralvorstellungen der Zeit. So mutet der Film stellenweise - nicht zuletzt wegen der vielen Nahaufnahmen - fast wie ein klaustrophobisches Kammerspiel an. Eine der bestechendsten Szenen spielt sich denn auch in dieser emotionsgeladenen Atmosphäre ab: ein Liebesspiel - gefühlvoll, beunruhigend und quälend leer zugleich. Kate muss feststellen, dass ihr wohl kalkulierter Plan, mit dessen Initiation schon böse Vorahnungen verbunden waren, schliesslich doch Wunden hinterlässt, die nie verheilen werden.
Kinoprogramme
Angaben zum Film
| Titel: | | The Wings of the Dove (1997)
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| Genre: | | Drama
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| Regie: | | Iain Softley
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| Drehbuch: | | Hossein Amini (nach einer Vorlage von Henry James)
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| Produktion: | | Stephen Evans David Parfitt Caroline Wood
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| Ausf. Prod.: | | Paul Feldsher Bob Weinstein Harvey Weinstein
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| Kamera: | | Eduardo Serra (II)
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| Schnitt: | | Tariq Anwar
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| Musik: | | Ed Shearmur
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| Ausstattung: | | John Beard
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| Kostüme: | | Sandy Powell (II)
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| Besetzung: | | Helena Bonham Carter Shirley Chantrell Rachele Crisafulli Alison Elliott Michael Gambon Alex Jennings Alexander John Elizabeth McGovern Ben Miles Charlotte Rampling Linus Roache Georgio Serafini Philip Wright
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| Länge: | | 101 Minuten
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| Negativ: | | 35 mm
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| Bild: | | 35 mm Scope (Farbe)
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| Ton: | | Dolby Digital
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| Prod.-firma: | | Renaissance Dove Miramax Films
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| CH Verleih: | |
Frenetic Film
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